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ACHTUNG BEI MÖBELMIETEN!

Immer öfter verlangen Vermieter zusätzlich zum Mietzins und Betriebskosten auch Miete für Möbel in der Wohnung – nicht immer zu Recht.

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Karin W. freute sich. Endlich hatte sie eine leistbare Wohnung gefunden. Mit ihrem kleinen Einkommen war das für die Teilzeitangestellte gar nicht so einfach. Letztlich entschied sie sich für eine 40 Quadratmeter große Wohnung 
in einem Wiener Außenbezirk. Die Miete betrug 500 Euro, allerdings inklusive Heizung und Einrichtungsgegenständen. Nachdem ihr Freunde geraten hatten, die Miethöhe dennoch überprüfen zu lassen, wandte sie sich mit Übergabeprotokoll, Mietvertrag und Fotos zur Beratung an die Mietervereinigung. Die Vertragsprüfung bei Frau W. ergab, dass ein befristeter Mietvertrag für eine Wohnung der Ausstattungkategorie A sowie eine Möbelmiete (siehe auch Infos unten auf dieser Seite) vereinbart worden waren. Für die relativ alten Möbel – ein Kühlschrank, ein Geschirrspüler, Einbauschrank und Bett – errechnete die Expertin einen Betrag von 12 Euro inklusive Umsatzsteuer. Aufgrund der Befristung des Mietvertrages wäre außerdem ein Abschlag von 25 Prozent zu berücksichtigen gewesen, was aber unterblieb. Fazit: Die voraussichtliche Miethöhe beträgt monatlich statt 500 nur 372 Euro. Die Mietervereinigung hat daher einen entsprechenden Antrag bei der Schlichtungsstelle eingebracht.

Achtung: Bei der Beanstandung von Möbelmieten sind Fristen zu beachten. Bei befristeten Verträgen kann die Möbelmiete bis zu sechs Monate nach Ablauf der Befristung oder der Auflösung des Vertrages, maximal aber zehn Jahre nach Vertragsabschluss, beeinsprucht werden. Bei unbefristeten Verträgen gilt eine Frist von drei Jahren ab Vertragsabschluss. Danach geht das Überprüfungsrecht verloren.


DAS SAGT DAS GESETZ:
Für die Möbelmiete gibt es genaue Bestimmungen, die Sie bei Abschluss eines entsprechenden Vertrages in jedem Fall beachten sollten:

- Die Möbelmiete muss ausdrücklich vereinbart werden. Es reicht nicht, dass die Einrichtungsgegenstände in der Wohnung vorhanden sind. 

- Für sogenannte Ausstattungsmerkmale kann keine Möbelmiete verrechnet werden. Das gilt beispielsweise für Abwasch und Herd in der Küche. 

- Die Möbelmiete muss angemessen sein. Berechnet wird die Höhe auf Basis der Restnutzungsdauer der Möbel und einem Gewinnzuschlag für den Vermieter. Anders als bei der Miete und den Betriebskosten kommen bei einer Möbelmiete zwanzig Prozent Umsatzsteuer hinzu.

Foto: 123RF