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THERME: ALLES ZUR WOHNRECHSTNOVELLE

Was bringt die lang ersehnte Wohnrechtsnovelle zum Thema Thermenwartung? Die MVÖ beantwortet hier die wichtigsten Fragen

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Nach sechs Jahren uneinheitlichem Mietrechts ist es seit 1. 1. 2015 endlich so weit. Die Wohnrechtsnovelle 2015 ist in Kraft getreten und schafft einen einheitlichen Rechtsraum zum Thema Übernahme der Kosten für Erhaltung und Ersatz von Thermen und Warmwasserboiler.

Für wen gilt die Wohnrechtsnovelle zur Thermenwartung?
Die Wohnrechtsnovelle 2015 ist auf ALLE Wohnungen, AUSSER Ein- oder Zweifamilienhäuser anzuwenden, in denen eine Heizgelegenheit bzw. Warmwasser mitvermietet wurde. Mitvermietet bedeutet, dass Ihr Vermieter Ihnen eine Therme, Heizung bzw. Warmwasser zur Verfügung gestellt hat.
 
Was beinhaltet eine mitvermietete Therme nicht?
Die Kosten für den Betrieb bzw. Verbrauch Ihrer Heizung/Warmwasser müssen nicht im Mietpreis berücksichtigt sein. Ebensowenig muss die vorhandene Heizung zu einem höheren Mietzins geführt haben. Beispiel: Eine beheizbare Wohnung mit Klo am Gang ist an sich eine Kategorie-D-Wohnung. Wenn ein D-Mietzins vereinbart wurde, bleibt das so, die Therme muss dennoch vom Vermieter erhalten werden, wenn sie bei Anmietung vorhanden war.
 
Welche Pflichten muss Ihr Vermieter ab sofort übernehmen?
In allen Fällen ist Ihr Vermieter verpflichtet mitvermietete Thermenheizung, Reparaturen oder den Austausch der Therme finanziell zu tragen.
 
Für welche Mietvertragsarten gilt die Mietrechtsnovelle?

•    Die Novelle gilt für MRG, WGG und ABGB-Verträge
•    Sie ist auch auf alle bestehenden Verträge anwendbar
•    Es gelten alle Sachverhalte, die ab dem 1.1.2015 entstehen
 
Wie verhalten Sie sich, wenn eine Therme beim Service schadhaft ist/wird?
Gibt es keine Gefahr der Kälte, beenden Sie das Service normal. Dann informieren Sie Ihren Vermieter schriftlich vom Schaden und verlangen die zeitnahe Behebung des Thermenschadens. Grundsätzlich ist es ratsam, das Service außerhalb der Heizperiode durchzuführen, damit Sie nicht unter Druck kommen, wenn Reparaturbedarf entsteht.
 
Wann sollten Sie als Mieter dennoch aktiv werden?
Nur für den Fall, dass Gefahr in Verzug ist, also auch wenn Sie sonstkeine Heizmöglichkeiten (z.B. in der kalten Jahreszeit) haben, könnenSie auftauchende Reparaturarbeiten im Rahmen eines Services in Auftrag geben. In diesem Fall sind die entstandenen Kosten für die Thermenreparatur einklagbar.

Was umfasst ein Service bzw. die Thermenwartung?
Wartung bedeutet, dass Ihre Therme gereinigt und auf Funktionstüchtigkeit überprüft wird. Sie dient der Lebensverlängerung der Geräte. Üblicherlicherweise halten Installateure ein Wartungsintervall von zwei Jahren für vernünftig – das Intervall hängt vom Alter und Zustand der Geräte ab. Für die Wartung ist der Mieter zuständig und hat auch deren Kosten zu tragen.
 
Was gibt es bei der Thermenwartung noch zu beachten?
Wir raten dazu, die Wartungsprotokolle zu sammeln und aufzuheben! Thermen, die um die 15 Jahre alt sind, haben in der Regel ihr wirtschaftliches „Lebensende“ erreicht. Wenn hier keine regelmäßige Wartung vorhanden war bzw. nachgewiesen werden kann, wird Ihr Vermieter nachweisen müssen, dass die Therme aufgrund mangelnder Wartungspflicht kaputt gegangen ist.


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