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AUGEN AUF BEIM UNTERMIETEN

Untermietverträge sind mietrechtlich ein heikles Terrain. FAIR WOHNEN zeigt, worauf Sie dabei besonders achten sollten.

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Bedingt durch die hohen Kosten einer eigenen Wohnung tendieren viele, vor allem jüngere Menschen, zu Wohngemeinschaften und Untermieten. Das bringt so manchen Vorteil mit sich, möglicherweise aber auch einige Nachteile. Untermieten sind nicht billig. Bis zu fünfzig Prozent Aufschlag auf den eigenen Mietzins kann der Hauptmieter von seinem Untermieter verlangen – so steht es im Gesetz. Hat der Hauptmieter in Heizung oder Bad investiert, so kann er die anteiligen Kosten zusätzlich in Rechnung stellen. Auch für zur Verfügung gestellte Möbel kann eine eigene Möbelmiete vereinbart werden. Bei befristeten Untermieten ist allerdings ein Abschlag von 25 Prozent vorgeschrieben.

Untermieter haben weniger Rechte 
Ein Untermieter sitzt schnell auf der Straße, wenn der Hauptmieter vor Gericht Eigenbedarf anmeldet. Wenn wichtige Interessen des Hauptmieters verletzt werden oder Eigenbedarf des Hauptmieters besteht, rechtfertigt dies bereits eine Kündigung des Untermieters. Aber auch wenn der Hauseigentümer den Hauptmieter kündigt, verliert der Untermieter sein Mietrecht, ohne irgendetwas dagegen unternehmen zu können.

Aufgrund des höheren Untermietzinses und der mangelnden Rechte eines Untermieters versuchen Vermieter immer wieder, das Gesetz zu umgehen. Funktionieren tut das Ganze so: Die Wohnung wird an einen Strohmann, oft einen Verwandten des Hauseigentümers oder an ein mit ihm wirtschaftlich verflochtenes Unternehmen, vermietet. Dieser tritt nun als Hauptmieter auf und vermietet die Wohnung in Untermiete weiter. Dadurch steigen die Kosten des eigentlichen Mieters, und wenn die Wohnung anderwärtig gebraucht wird, kann sich der Unter-mieter gegen die Kündigung des Hauptmieters nicht wehren. Hat man als Untermieter den Verdacht, Opfer einer solchen Scheinkonstruktion geworden zu sein,sollte man sich umgehend an die Mietervereinigung wenden. Im Falle, dass die Scheinuntermiete beweisbar ist, kann man bei Gericht die Hauptmietrechte einfordern und auch das zu viel bezahlte Geld zurückverlangen.

Foto: © Thinkstock