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WENN DIE EIGENEN VIER WÄNDE KRANK MACHEN

Schimmelexperte Mag. Thomas Schlatte, Mitinitiator und Sprecher der Plattform „MeineRaumluft“, beantwortet oft gestellte Fragen.

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Die Zahl der vorkommenden Schimmelpilzarten wird auf ca. 250.000 geschätzt. Und Schimmelpilze sind eine der am meisten vorkommenden Schadstoffquellen in der Wohnung. Dies wird auch durch Tausende Messergebnisse aus dem AQA „SchimmelCheck“ aufgezeigt und eine Befragung von Stiftung Warentest ergab gar, dass mehr als die Hälfte der Befragten angeben, einen Schimmelbefall in der Wohnung zu haben.

Gesundheitliche Auswirkungen
Einige Schimmelarten können unter bestimmten Bedingungen Giftstoffe produzieren und Infektionen oder Vergiftungen auslösen. Dies kommt allerdings nur sehr selten und vor
allem bei immungeschwächten Personen vor. Schon häufiger können ­Müdigkeit, Kopfschmerzen oder chronische Probleme mit den Atemwegen die Folge sein. Schimmelpilze können bei empfindlichen Personen vor allem Allergien auslösen. Auch Kinder gehören in die Gruppe der besonders empfindlich reagierenden Personen. Schimmelpilze im Wohnbereich sind aus gesundheitlicher, aber auch aus hygienischer Sicht nicht zu tolerieren.

Unsichtbare Mitbewohner
Teilweise ist ein Schimmelbefall mit freiem Auge erkennbar. Typische Flecken und Punkte in der Fliesenfuge oder z. B. auf der Tapete, wenn man das Sofa wegrückt. Aber nur zu oft verbirgt sich der Schimmel im Verborgenen im Mauerputz, hinter Einbauschränken oder unter Verschalungen. Und die Lieblingsräume des Schimmels sind dabei häufig das Badezimmer und das Schlaf- und Kinderzimmer sowie Kellerräume.


Mag. Thomas Schlatte, Geschäftsführer der AQA GmbH und Mitinitiator und Sprecher der Plattform „MeineRaumluft“, beantwortet oft gestellte Fragen:

Wie erkenne ich, ob eine verdächtige Stelle ein Schimmelfleck ist?
In der Dusche oder an Fenstern zeigen sich zumeist in den Fugen dunkle Punkte oder Flecken, die sich nicht so einfach wie Schmutzflecken wegwischen lassen. Zur Vermehrung bilden Schimmelpilze Sporen. Diese sind oft gefärbt. An Wänden zeigen sich oft farbige, braune oder schwarze Flecken. Es kann zur Absicherung entweder ein Test durchgeführt und/oder ein Fachmann zu Rate gezogen werden.

Wenn nun aber keine Schimmelflecken zu sehen sind, aber ein Verdacht auf Schimmelbefall vorliegt, wie kann ich eine mögliche Schimmelbelastung feststellen?
Oft verrät sich der Schimmel durch einen leicht modrigen, muffigen Geruch, wenn die Wohnung länger nicht gelüftet oder benutzt wurde. Der Geruch erinnert etwas an verfaulte Kartoffeln. Auch typische allergische Reaktionen wie Atembeschwerden oder Kopfschmerzen können ein Anzeichen sein. Hier bietet z. B. ein SchimmelCheck Hilfestellung, oder man konsultiert einen Sachverständigen oder Gutachter.

Was sind die häufigsten Ursachen für Schimmelbildung?
Die Top-drei-Ursachen sind Baumängel wie z. B. Isolierungsfehler, Bauschäden wie z. B. Wasserrohrbruch und schließlich falsches Nutzungsverhalten, z. B. durch falsches Lüften oder Heizen.

Wenn ein Schimmelbefall festgestellt wird, wer bezahlt eine mögliche Beseitigung oder Sanierung?
Wesentlich ist, was oder wer für den Schimmelbefall verantwortlich ist. Liegt zum Beispiel ein Baumangel vor, ist der Hauseigentümer bzw. der Vermieter dafür verantwortlich. Entstand die Schimmelbildung durch falsches Nutzungsverhalten wie z. B. zu hohe Luftfeuchtigkeit durch zu geringes Lüften, haftet der Mieter. Das Problem liegt häufig darin, zu belegen, wer nun schlussendlich den Schimmelbefall verursacht hat. Das führt leider oft zu langen Streitfällen.

Foto:  iStock Ekspansio