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BIENEN FINDEN STADT

Es klingt unglaublich, ist aber so: Für Bienen ist städtisches Gebiet ein echtes Dorado und das Pollenangebot schier unerschöpflich. 
 

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Weil über das Bienensterben zuletzt viel in den Medien berichtet wurde, hält der Trend zum Imkern – auch und gerade in der Stadt – ungebrochen an. Allein in Wien werden inzwischen rund 120 Tonnen Honig pro Jahr geerntet, immer mehr Bienenvölker werden hier angesiedelt. Aktuell verteilen sich rund 4.000 Populationen auf die 23 Wiener Gemeindebezirke: Bienenstöcke finden sich etwa auf der Staatsoper, dem Wiener Rathaus, dem Narrenturm, aber auch auf Hotels und Häusern. Und sogar auf so manchem Balkon und auf so mancher Terrasse.
 
Verantwortungsvolles Handeln wird in der Imkerei groß geschrieben – „Imker-Novizen“ sollten sich daher im Vorfeld eingehend mit dem (Wiener) Bienenzuchtgesetz beschäftigen. Das Regelwerk hierzu und praktisches Wissen wird in Imkervereinen vermittelt, der jeweilige Landesverband sorgt für die Qualitätssicherung.
Bienen sind Lebewesen! Die Haltung und Betreuung ist arbeitsintensiv und bringt viele Pflichten mit sich. Geht der Hobbyimker mit einem Bienenvolk unsachgemäß um, kann dieses binnen kürzester Zeit – qualvoll – verenden.
Vor der Aufstellung sind selbstverständlich die Witterungsbedingungen zu beachten: Ist etwa Wasser in Form einer Bienentränke vorhanden?
Und vor der Abholung eines Mietbienenvolkes (man muss nicht immer gleich kaufen) gilt es, eine Wanderkarte für Wien zu lösen. Diese wird erst dann ausgestellt, wenn ein Gutachten über die Freiheit der betreffenden Völker von anzeigepflichtigen Bienenseuchen durch einen Sachverständigen der Bienenzucht vorliegt und der Mieter eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat.
Die Wanderung muss mindestens zwei Wochen vor der Aufstellung bei der Landwirtschaftskammer Wien angezeigt werden, auch muss der Nachweis über die Zustimmung des Verfügungsberechtigten über das Aufstellungsgrundstück vorgelegt werden.
Und schließlich: Die Bienen dürfen ausschließlich von Personen befördert werden, die mit der Bienenhaltung vertraut sind.
 
Grundvoraussetzungen einer privaten Bienenzucht:
+ Mitgliedschaft in einem Imkerverein
+ Absolvierung eines Grundkurses in Bienenhaltung
+ sieben Meter Abstand zum gegenüberliegenden Grundstück
+ zehn Meter Abstand zu öffentlichen Verkehrswegen
+ Information der direkten Nachbarn (mögliche Allergien abfragen)
+ allfällige Abklärung mit der Hausverwaltung
+ Werkzeug, Schutzkleidung, Bienenvolk (insgesamt etwa rund 300 Euro)
 
Durch Menschen induzierte (laufend wechselnde) Umwelteinflüsse sind enorme Belastungen, die auf Bienen einwirken: richtig verstandenes „Imkersein“ bedeutet daher lebenslanges Lernen. Die Wiener Imker betreuen im Donaupark Bienenvölker zu Schulungszwecken – aber vor allem sollen hier Interessenten Einblick in Leben und Nutzen der Honigbienen bekommen.
 
Erste Anlaufstelle:
Landesverband für Bienenzucht in Wien www.imker-wien.at
 
Foto: 123RF