Fair Wohnen ist ein Service der Mietervereinigung Österreich

Startseite > News >

KAMIN DER BEGEISTERUNG

Speziell in der kalten Jahreszeit erfreut man sich an Wärme und Duft eines Kamins. Doch was muss man beachten, wenn man einen Kamin aufstellen will?

  • (c) Fotolia
Bauliche Voraussetzungen 
Kaminöfen sind meist schwer, deshalb sollte man unbedingt einen Fachmann zu Rate ziehen, ob die Zimmerdecke der Last eines Ofens standhält. Gerade bei älteren Gebäuden können sonst statische Probleme auftauchen. Ebenso wichtig ist die Frage, ob der Schornstein für einen Kaminofen geeignet ist. Ein zu großer beziehungsweise zu kleiner Schornsteindurchmesser wirkt sich negativ auf das Abbrennverhalten des Kaminofens aus.
 
Der richtige Standort
Die örtliche Platzierung muss gut gewählt sein. Die Einhaltung der Sicherheitsabstände zu brennbaren Materialien in Ofennähe ist hier ein wichtiger Aspekt. Auch der Mindestabstand zur Wand unterliegt den Vorschriften des Gesetzgebers. Überdies muss auch auf den Belag unter dem Kamin geachtet werden. Bei feuerfesten Bodenbelägen wie Stein oder Fliesen sind keine Extravorkehrungen notwendig. Bei Holz-Bodenbelägen hingegen ist das Unterlegen einer entsprechend großen Bodenplatte vorgeschrieben. Diese sollte aus Eisen oder aus feuerfestem Glas bestehen und mindestens 50 cm vor und 30 cm neben dem Ofen abdecken.
 
Gesetzliches zum Betrieb eines Kaminofens
Generell unterliegen Kaminöfen einem einheitlichen und geordneten Zulassungsverfahren, das in der gesamten EU gilt: Kaminöfen ohne Zulassung, welche keine Euro-Norm aufweisen, dürfen nicht betrieben werden. Der Rauchfangkehrer achtet bei der Abnahme des Kaminofens präzise darauf, ob eine solche Zulassung vorhanden ist. Ebenso ist er verpflichtet, die Bestimmungen zum Brandschutz zu kontrollieren. Der Mindestabstand zur Wand muss mindestens 20 cm sein. Ohne die Abnahme eines Fachmannes darf ein Kamin nicht befeuert werden.
 
Kaminarten
Ein offener Kamin besteht  aus einem offenen Brennraum. Ein großer Prozentsatz der Wärmewirkung geht bei dieser Konstruktion durch den Schornstein verloren. Offene Kamine gehören zu den ältesten Kaminarten der Welt.
Ein geschlossener Kamin funktioniert nach dem Prinzip des offenen Kamins, mit dem Unterschied, dass die Brennkammer mit einer funkenflugsicheren Keramikglasscheibe vom Wohnraum getrennt ist.
Bei einem Kachelkamin besteht die Verkleidung aus wärmespeichernden Ofenkacheln. Die Wärme wird als Strahlungswärme in die Umgebung abgegeben und zugleich in den Ofenkacheln gespeichert. So bleibt Restwärme auch nach dem Erlöschen des Feuers vorhanden.
Bei einem Pelletofen werden Pellets (unter Druck hergestellte Holzstücke) zur Wärmeerzeugung verwendet. Die Pellets werden automatisch oder per Hand in den Brennraum geschüttet. Durch ein Umluftgitter wird die Wärme in die Umgebung abgestrahlt. Das Entzünden geschieht über einen elektronischen Zünddraht.
 
Ein Kamin ist schön und gibt wohlige Wärme ab – einige Voraussetzungen müssen aber erfüllt werden – erst mit diesem Gefühl der Sicherheit macht ein Kamin so richtig Freude. 

Foto: (c) Fotolia