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EVB STÜRZT IN DIE KOSTEN-KRISE

EVB ­– hinter diesem Kürzel steht der „Erhaltungs- und Verbesserungsbeitrag“, der vor Kurzem teils massiv erhöht wurde. Die Hintergründe:

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Mit der Juli-Miete gab es für viele Mieter von Wohnungen gemeinnütziger Bauvereinigungen („Genossenschaftswohnungen“) eine böse Überraschung. Der Erhaltungs- und Verbesserungsbeitrag (EVB), von dem die Reparaturen im Gebäude bezahlt werden, wurde teils massiv erhöht. Grund dafür ist eine Änderung des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes (WGG).
Grundsätzlich entscheidet die Genossenschaft, wie hoch der EVB ist, der monatlich eingehoben wird. Das WGG setzt jedoch Höchstgrenzen fest. Bisher gab es je nach Gebäudealter (0–10 Jahre, 10–20 Jahre, älter als 20 Jahre) unterschiedliche Höchstbeträge. Um einen plötzlichen sehr hohen Anstieg des EVB zu vermeiden, wurden die Obergrenzen in der WGG-Novelle abgeflacht. Seit 1. Juli dürfen nun bis zu einem Gebäudealter von fünf Jahren maximal 0,50 Euro/m² verrechnet werden. Danach darf der Betrag jährlich um 6 Cent angehoben werden. Somit steigt der EVB nun kontinuierlich an, bis ein Höchstwert von 2 Euro/m² erreicht wird. Dieser Wert betrifft Gebäude mit einem Alter von 30 oder mehr Jahren. Die Höchstwerte werden gemäß Verbraucherpreisindex wertgesichert und dann neu veröffentlicht. Die erste Erhöhung wird im April 2018 stattfinden.
Zu beachten ist, dass diese Neuregelung der Erhaltungs- und Verbesserungsbeträge zwar mit 1. Juli in Kraft getreten ist, aber nicht sofort für alle Wohnungen gilt. Bis 30. Juni wurde den Mietern von Genossenschaftswohnungen neben der Betriebskostenabrechnung auch eine EVB-Abrechnung zugestellt. Wenn diese für das Jahr 2015 einen negativen Saldo ausgewiesen hat, dann dürfen bis zum 31. 12. 2018 weiterhin die alten Werte vorgeschrieben werden.

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