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KUNST-GRIFFE FÜRS TÄGLICHE LEBEN

Ihrere Wohnung fehlt das gewisse Etwas? Wie Sie Ihrem Zuhause Persönlichkeit verleihen: Tipps und Adressen, mit denen Sie den Nagel auf den Kopf treffen.
 

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Bilder aus dem Möbelhaus mit dem Konterfei von Audrey Hepburn, Fotos der New Yorker Brooklyn Bridge und „Carpe diem“-Wallsticker: Es gibt ein paar Motive, die man sich gerne ohne lang zu überlegen ins eigene Haus holt. Daran gibt es auch nichts auszusetzen, solange einem bewusst ist: Kunst ist das nicht. Es ist vielmehr Dekoration, wie Christina Steinbrecher-Pfandt, künstlerische Leiterin der „VIENNAFAIR The New Contemporary“-Messe erläutert. „Ich finde es gut, dass eine möglichst breite Öffentlichkeit für Kunst sensibilisiert wird. Wer sich Kunst und nicht bloß Dekoration kaufen möchte, wird in den Möbelhäusern allerdings nichts finden. Aber überall dort, wo die Künstler auf die eine oder andere Weise persönlich involviert sind, findet man Kunst, mit der man Freude haben kann.“

Profis für den Wohnraum gefällig?
Wer Kunst hört, assoziiert zumeist hohe Preise. „Das kann ich mir eh nicht leis­ten“ ­– stimmt vermutlich, wenn es um Warhol oder Picasso geht, aber längst nicht mehr en gros. Es muss auch nicht immer das klassisch gerahmte Bild sein, ist Lisa Stolz von CreativeHome überzeugt. „Eine zurzeit sehr angesagte Methode ist die Inszenierung von Alltagsgegenständen als Kunstobjekte. Zum Beispiel alte Lederkoffer, die übereinandergestapelt einen extravaganten Nachttisch ergeben.“ Klingt für Sie ungewöhnlich? Das ist nicht weiter verwunderlich. CreativeHome ist ein junges Start-up aus Wien, das den normalerweise kostenspieligen Interior-Designer leistbar macht und somit Ungewöhnliches offeriert. Das Konzept vereint junge Interior-Designer, europäische Möbelhersteller und Menschen, die ihren Wohnraum umgestalten wollen – aber nicht genau wissen wie. Für den Anfang empfiehlt die Stilexpertin, sich ein bis drei Objekte auszusuchen und diese zu inszenieren. „Die Dinge brauchen Platz und Licht, sie müssen als erstes wahrgenommen werden, wenn man den Raum betritt.“ 

„Schauen, schauen, schauen”
Um zu eben diesen drei Objekten zu kommen, heißt es „schauen, schauen, schauen“, meint Steinbrecher-Pfandt. „Es ist wichtig, in Galerien und in Ausstellungen zu gehen. Wer ganz junge Kunst für sich entdecken will, kann auch die regelmäßigen Präsentationen der Kunstuniversitäten und Akademien besuchen.“ Auf der VIENNAFAIR selbst gibt es mit der Zone1 eine eigene Präsentationsfläche für junge Kunst, speziell auch aus Österreich. „Auch die Avantgarde der 1960er- und 1970er-Jahre aus den Balkanländern wird jetzt gerade wiederentdeckt und ist noch relativ günstig zu erwerben.“ 

Demokratisierung der Kunst
Aber genug der Theorie. Wo also sollten Sie „schauen, schauen, schauen“? Messen, Galerien und Ausstellungen sind nie verkehrt. Probieren Sie es auch einmal mit dem Kunstsupermarkt (jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit), oder werfen Sie einen Blick in die Galerie Lumas in der Wiener Wollzeile. Lumas hat sich die „Demokratisierung der Kunst“ auf die Fahnen gepinselt und vertreibt limitierte Editionen teils sehr bekannter (Foto-) Künstler. Kleine Formate sind oft schon ab gut 100 Euro zu haben. Oder gehen Sie online, klicken Sie Marktplätze wie Juniqe (junge Kunst als Fine Art-Prints) oder DaWanda durch. DaWanda steht für Kleinstauflagen bzw. Unikate, meist von Privaten hergestellt, die Bandbreite ist enorm. Natürlich ist hier auch viel – nennen wir’s beim Namen – Schrott da­runter, aber man kann auch echte Lieblingsstücke finden. Insbesondere wenn es um Grafiken und Drucke geht. Oder Tapeten. Gerade für Letzteres sind Plattformen wie DaWanda ein guter Einstieg. Tapeten und Wallsticker (auch Wandtattoos genannt) erfreuen sich seit einiger Zeit wieder steigender Beliebtheit, dementsprechend vermehren sich auch die Anbieter. Eine Auswahl: Tapetenmax.de, Tapetenshop.de, Tapeterie.de und Supertapete.de. Hier finden sich zahlreiche Kunsttapeten, die mehr sind als nur seelenloses Dekor. Supertapete.de hat Muster von Modedesignern wie Harald Glööckler und Michael Michalsky, Labels wie Versace und Designer wie die Star-Architektin Zaha Hadid im Programm. Im Trend sind nicht mehr nur Muster, sondern vor allem ganze Wandbilder, auf Englisch – und somit in der internationalen Designsprache – „Murals“ genannt. Einrichtungsmutige können sich ganze Bilderwelten ins Wohnzimmer holen. Nur ein paar Minuten auf surfaceview. co.uk genügen, um zu realisieren, was mittlerweile gang und gäbe ist. Lisa Stolz von CreativeHome ist kein Tapetenfan. „Zu verrückte Motive sind nach einiger Zeit anstrengend fürs Auge. Für Cafés und Bars mögen sie super passen, in der eigenen Wohnung würde ich sie nur im Eingangsbereich als Eyecatcher einsetzen.“ Sprich: in einem Raum, in dem man sich nicht länger aufhält. 

Schöne Leihgaben
Wer sich nicht mit der unbeschränkten Haftung einer Tapete anfreunden möchte, kann sich auch einfach Kunst in Form von Bildern ausleihen. Das MUSA der Stadt Wien führt eine Artothek mit über 1.700 Werken, von denen mehr als 1.000 „ständig unterwegs“ sind, wie Mitarbeiterin Michael Nagl berichtet. Im Portfolio hat man Namen wie Attersee oder Lassnig und auch bei den Techniken ist man „quer gemischt“. Die maximale Leihdauer beträgt 12 Monate. Die Bilder kommen fertig gerahmt, versichert und kosten 2,50 Euro im Monat. In Niederösterreich bietet die Artothek ein ähnliches Service an: 1.500 Leihbildern der Landessammlung stehen hier zur Verfügung. Grafiken können für 3 Euro pro Monat mitgenommen werden, Gemälde für 9 Euro.

Nicola Schwendinger


TIPPS & TERMINE

Messe VIENNAFAIR 
The New Contemporary: 
2. bis 5. Oktober, Messe Wien, 
1020 Wien, www.viennafair.at

MUSA Museum Startgalerie Artothek
Felderstraße 6–8, 1010 Wien
www.musa.at/artothek 

Artothek des Landes NOE
Steiner Landstraße 3, 3500 Krems
www.artothek.at

8. Wiener Kunstsupermarkt
5. 11. 2014 bis 24. 1. 2015,
Vernissage: Di, 4. 11., ab 17.00 Uhr
Mariahilfer Straße 103, 1060 Wien
kunstsupermarkt.at

creativehome.at
at.lumas.com
www.juniqe.com
de.dawanda.com


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