Fair Wohnen ist ein Service der Mietervereinigung Österreich

Startseite > News >

WIE EIN WOHNZIMMER MIT WASSER

Ist Ihr Badezimmer eher Nasszelle denn kuschelige Wohlfühl­oase? FAIR WOHNEN zeigt Ansätze, wie jedes Bad in eine echte Entspannungs-Insel verwandelt wird. 

  • 123RF
Der Immobilienmarkt boomt und Wohnen wird immer teurer. Demnach ist auch Wohnraum Mangel­ware, und das geht oft auf Kosten des Badezimmers. Denn in vielen Wohnungen ist das Bad noch immer reiner Funktionsraum. Schade eigentlich, da oft viel – unentdecktes – Potenzial darin steckt. Mit nur kleinen Interieur-Tricks kann dort ein herrlicher Erholungsort entstehen. Designer und Bad-Experten haben diesen Trend schon länger prophezeit und die Entwicklung hin zum Mehrwert des Bades vorhergesehen. Das klassische Badezimmer mausert sich also immer mehr zum Lebensraum: Es ist eine Art Wohnzimmer mit Wasser. Entsprechend schön sollte es gestaltet sein, schließlich verbringt jeder Mensch durchschnittlich vier Jahre seines Lebens darin. Kein Wunder, dass die Gestaltung des Bades in Zukunft so wichtig sein wird, wie sie es bei der Küche längst ist. Also was kann ich tun, um meinem Badezimmer ein gelungenes Facelifting zu verpassen? 

Ton in Ton 
Harmonie ist ein kleines Schlüsselwort bei der Neugestaltung. Bei Farben und Wohn-Accessoires sollte also gelten: weniger ist mehr. Feine Farbnuancierungen gehen dabei sehr wohl. Von zu großen Farbsprüngen und wild zusammengewürfelten Deko-Elementen sollte jedoch abgesehen werden, damit keine farbliche Unruhe entsteht. Zahnputzbecher, Badematten, Handtücher und Pflanzenübertöpfe können einem Farbthema folgen, das sich stringent durchzieht. Wenn Handtücher das Badezimmer in offenen Schränken oder Regalen bevölkern, dann wirkt es ausbalancierter, wenn sie dieselbe Farbe haben. Aus den alten, bunten Handtüchern können lustige Putzlappen gezaubert werden und so kann eine neue Garnitur flauschiger Handtuch-Gefährten einziehen. Und um die Neuankömmlinge im Bad so richtig in Szene zu setzen, kann man sie ganz einfach zusammenrollen und zum Beispiel auf dem Fensterbrett platzieren. So kommen sie nicht nur besser zur Geltung, sondern wirken auch professionell arrangiert – wie in einem Spa.

Lust auf Deko
Auch die Pflanzenwelt sorgt für Frische im Bad: Für Pflanzen ist dieser Ort eine reine Oase, denn sie werden über die Luft mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt. Besonders Orchideen blühen im wahrs­ten Sinne des Wortes in der tropischen Atmosphäre auf und versprühen zudem edle Eleganz. Dazu gesellt sich eine Badewannenablage aus Holz, die nicht nur praktisch ist, sondern auch Platz für Magazine, Bücher oder ein Glas Rotwein beim Schaumbaden schafft. So steht gemütlichen Momenten in der Wanne nichts mehr im Wege. Und für den lästigen Kleinkram gibt es auch Lösungen: Haarreifen, Styling-Artikel und andere Utensilien lassen sich herrlich in geflochtenen Körben verstecken. 

Bitte nicht zu modisch
Was bei allem Gestaltungswillen jedoch unbedingt vermieden werden sollte, ist, zu modisch sein zu wollen. Denken Sie an die Bäder der sogenannten Designhotels. Was eben noch der letzte Schrei war, wirkt plötzlich total gestrig. Sollten Sie etwas größere Maßnahmen im Bad planen, konzentrieren Sie sich lieber auf Dinge wie Materialien. Früher flieste man Bäder vom Boden bis zur Decke, schöner ist es aber, wenn man nur vor Spritzwasser schützt, wo es wirklich nötig ist, und die Wände sonst pur lässt.

Licht ins Dunkel
Als Schwachstelle bezeichnet, fristet es oft ein trauriges Schattendasein: das Bad ohne Fenster. Mit einigen Tipps und Tricks zu Beleuchtung, Gestaltung und Belüftung kann auch an diesem Ort eine Wohlfühl-Atmosphäre entstehen. Ein Beleuchtungssystem kann hier wahre (Licht-)Wunder bewirken. Punktstrahler, die auf Spiegel und helle Fliesen gerichtet sind, sorgen durch die Reflexion für einen zusätzlichen Lichtgewinn. Durch große Spiegelflächen kann zudem ganz einfach eine neue Perspektive im Badezimmer geschaffen werden. Damit ist eine neue Großzügigkeit garantiert. 

Mangelware: Tageslicht
Echtes Tageslicht kann mit etwas Mühe auch im fensterlosen Bad einziehen. „Mit Licht und Farbe kann der Raum optimal gestaltet werden", stellt Christoph Pauschitz von GP designpartners klar. Licht von der Seite, lässt den Raum größer wirken. Hell gestrichene Seitenwände und dunklere Decken lassen den Raum breiter wirken. Der Duschvorhang sollte entsorgt und einer Duschabtrennung aus Glas weichen. Keimen und Bakterien wird so weniger Raum zur Vermehrung geboten.

Feuchtigkeit adé
Die Feuchtigkeit ist bei fensterlosen Badvarianten ein heikles Thema. „Zu den präventiven Maßnahmen gehört das Abziehen nach dem Duschen und eine regelmäßige Wartung des Ventilators“, rät der Sachverständige Erich Hackl. Der Abzug sollte ein bis zwei Mal im Jahr gereinigt werden. Schimmellösungen wie Chlor und Essig sind zu meiden. „Mit hochprozentigem Alkohol (70 Prozent) können Schimmelpilze abgetötet werden”, meint Hackl. Wenn der Befall trotzdem wiederkehrt und eine schwarze, gelbe oder rote Färbung aufweist, sollte sofort reagiert werden. Hier ist professionelle Hilfe gefragt.

Text: David Zalud
Foto: 
123RF