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WOHLFÜHLTAKTIK: KNIPS DEN TAG AN!

Moderne Bäder haben alles – Regenduschen, Lichteffekte, Sprudelbäder. Nur eines lässt sich immer seltener blicken: echtes Tageslicht. 
 

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Warum das so ist, hat auch handfeste ökonomische Gründe: „Durch die zunehmende Bebauungsdichte wird Platz an der Fassade immer kostbarer, alles was keinen direkten Zugang zum Sonnenlicht benötigt, wandert in die Tiefe des Grundrisses“, erklärt Wohnungsplaner Max Krankl. Eine Herausforderung für jeden Architekten, denn je nach Tageszeit, Aktivität und Stimmung hat ein Bad ganz unterschiedliche Funktionen: Wer morgens zum Rasieren oder zum Setzen des Lidstrichs „Arbeitslicht“ braucht, wünscht sich abends vielleicht eine warme Lichtstimmung zum Entspannen in der Badewanne. Helfen kann hier ein gut durchdachtes Lichtkonzept – und das muss nicht unbedingt viel kosten. 

Mehrere Lichtquellen 
Mindestens drei Lichtquellen, das gilt als das unverzichtbare Einmaleins des Badezimmerlichts. Zur Grundausstattung zählt eine Allgemeinbeleuchtung an der Decke (Beleuchtungsstärke mindestens 300 Lux) und zwei vertikale Lichtquellen, die links und rechts des Badezimmerspiegels angebracht werden. So können Schlagschatten vermieden werden, die entstehen, wenn das Licht nur von oben kommt. Bei sehr breiten Spiegelflächen empfiehlt sich eine weitere Lichtquelle am oberen Rand. Am besten geeignet sind längliche Leuchten, die nicht blenden und das Licht über eine breite Fläche streuen. Grundsätzlich ist eine Kombination aus Decken-, Wand- oder Pendelleuchten optimal, am besten sollten sie dimmbar sein. 

Den Tag anknipsen 
Natürliches Licht kann mit einfachen Tricks simuliert werden. LED-Panels etwa sorgen dafür, dass Sonnenlicht scheinbar auch ins dunkle Badezimmer strahlt. Die LED-Panels sind sehr flach und in verschiedenen Formen erhältlich. Quadratische LED-Panels muten außerdem fast wie kleine Badezimmerfenster an, deshalb sehen sie dort, wo ein Fenster Platz hätte, am besten aus. Wem außer Helligkeit im Bad auch das Sonnenlicht fehlt, für den könnte eine Lampe zur Lichttherapie die richtige Wahl sein. 

Alliberts Enkel
Nicht nur die Hersteller des legendären Allibert wussten es: Spiegelmöbel sind eine einfache Möglichkeit, um Dunkelheit aus dem Bad zu vertreiben und zudem Stauraum zu gewinnen. Ein Spiegel streut das Licht und vergrößert das Badezimmer optisch. Heute findet man das Prinzip Allibert in Form zahlreicher Badezimmermöbel mit Spiegeltüren und großen Spiegelflächen – teilweise bis an die De­cke –, die neue Perspektiven schaffen. Aber auch blanke, weiße Fliesen werfen Licht zurück und erhellen den Raum.

Direktes und indirektes Licht 
Indirektes Licht, das von Decken oder Wänden abstrahlt, ist Bestandteil der allgemeinen Raumbeleuchtung. Es wird von vielen Menschen als angenehm empfunden, weil es ein sanftes Licht bietet. Direktes Licht ist hingegen dann gut, wenn das Auge schwer arbeiten muss, etwa beim Rasieren oder Schminken. „Indirektes Licht entgrenzt den Raum, weil es seinen Ursprung nicht preisgibt – direktes Licht hingegen fokussiert“, sagt Max Krankl.

Eva Baumgardinger

LICHT VORSCHRIFTEN:
Bei Licht im Bad gelten die Regeln für Feuchträume. Für die Bereiche rund um die Wanne und die Dusche sind das besonders strenge Vorschriften, und selbst in Waschbeckennähe müssen die Leuchten, falls sie Spritzwasser abbekommen könnten, der Schutzart IP X4 entsprechen. Bei Bau oder Sanierung sollte man außerdem darauf achten, wo und wie viele Lichtauslässe in einem Bad vorhanden sind. In der Regel befindet sich der einzige Lichtauslass über dem Waschbecken, was die Lichtgestaltung stark einschränkt. Zusätzliche Auslässe sollten – wie die gesamte Elektroinstallation im Bad – immer mit Fachleuten geklärt werden.  


Foto: 123RF