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KLEINE STERNKUNDE

Astrologin Gerda Rogers schaut in die Sterne und spricht mit MVÖ-Chef Georg Niedermühlbichler über die Zukunft der MVÖ.

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Frau Rogers, ich muss es zugeben: Ich persönlich glaube ja nicht an Horoskope, sondern daran, dass jeder sein Leben selbst in der Hand hat.
Das Interessante sind ja die Tendenzen. Was jeder daraus macht, da gebe ich Ihnen recht, liegt an einem selbst. Und das gilt nicht nur im Privaten. Erstaunlicherweise habe ich seit einiger Zeit sehr viele Anfragen aus der Wirtschaft. Mittlerweile beziehen die Manager auch die Astrologie mit in ihre ­Planung ein.

Sie haben ja trotzdem netterweise für die MVÖ einen Blick in die Sterne ­geworfen. Was haben Sie gesehen?
Ah, die entwickelt sich prächtig weiter! Der Wassermann (Anm.: Die MVÖ wurde am 1. 2. 1911 gegründet) ist ja ein soziales Sternzeichen mit Gerechtigkeitssinn. Ab Juni steht der Jupiter zur Sonne, das bedeutet, dass es Umwälzungen gibt und viele Erneuerungen. Der Mietervereinigung könnte es gar nicht besser gehen, und das noch bis Sommer 2013!

… wenn am 21. Dezember 2012 nicht – wie der Maya-Kalender besagt – die Welt untergeht (lacht) …
Mit Sicherheit nicht! Was aber stimmt: Es wird eine Neuordnung geben. Das sieht man ja auch in der arabischen Welt. Die Leute lassen sich in keine Diktatur mehr reinpressen. Die Welt beginnt sich zu befreien. Und das finde ich auch gut so.

Kann man die Astrologie eigentlich auch auf Gebäude anwenden?
Ja, man kann Entwicklungen sehen: Bekomme ich ein nettes Wohnumfeld, habe ich ewige Troubles beim Umbau oder Probleme mit den Behörden – solche Dinge. Zu mir kommen viele Menschen und fragen, wann ein guter Zeitpunkt für eine Vertragsunterzeichnung wäre. 

Bei der MVÖ ist es ja so, dass wir Haftungen haben, sollten wir falsch beraten. Wie ist das bei Ihnen? Gab es schon mal Reklamationen? Und wenn ja: Sind Sie dagegen versichert?
Die Frage ist hochinteressant! Wenn meine prognostizierten Tendenzen nicht eintreten, liegt das meistens daran, dass die Menschen ihre Geburtsstunde nicht ganz genau wissen. Oder es sind Anfragen im zwischenmenschlichen Bereich. Da spielt ja auch der Partner eine Rolle. Aber toi, toi, toi – noch ist mir so etwas nicht passiert. 

Geben die Sterne eigentlich auch Auskunft über die Wohngewohnheiten der Tierkreiszeichen? 
Es gibt viele Anfragen von Menschen, die wissen wollen, wo ich sie sehe: in einer Mietwohnung, in einem Haus, in der Stadt, am Land … Das kann man gut sehen: Schützen zum Beispiel wohnen meist am Stadtrand und müssen immer oben residieren. Der Krebs übernimmt am liebsten die dunkle Wohnung von seiner Oma. Der Steinbock wohnt ganz oben oder ganz unten. Krebse ziehen gerne in ein Häuschen am Wasser. 

Zeig mir, wie Du wohnst, und ich sage Dir, welches Sternzeichen Du bist? 
Ja, man kann das auch daran sehen, wie sie eingerichtet sind.

Sie haben ja auch eine Schauspiel-Ausbildung gemacht. Hilft Ihnen das heute in Ihrem Beruf?
Ja, ein wenig, ich habe viele öffentlich Auftritte und gebe Interviews, da kommt mir das zugute.

Sagen Sie Menschen eigentlich auch, wenn Sie etwas Schlimmes sehen? 
Wo ich grundehrlich bin, sind berufliche und finanzielle Fragen. Wenn sich jemand etwa selbstständig machen möchte und ich sehe, dass die Person überhaupt kein Talent dafür hat, dann sage ich ihr das auch – und zwar sehr deutlich. Ebenso in Beziehungsfragen. Wenn Paare in der Krise stecken, kann ich ihnen allerdings auch genau sagen, wie lang sie noch andauert. Bei gesundheitlichen Fragen halte ich mich absolut zurück. Das ist eine Sache des Arztes. Viele Leute wollen wissen, wann sie sterben – auch das ist ein ­Tabu-Thema.

Wie oft werden Sie eigentlich nach den kommenden Lotto-Zahlen ­gefragt. 
Gar nicht, solchen Humbug beantworte ich nicht.   

Werden Sie generell oft von den ­Leuten angesprochen?
Ja, aber ich finde das sehr nett und es zeigt, dass die Menschen Vertrauen zu mir haben. Manchmal steht im Supermarkt dann jemand hinter mir an der Kasse und flüstert: „Frau Rogers, ich bin ein Krebs – wie geht’s mir denn in diesem Jahr?“ In drei Minuten weiß ich das ganze Schicksal! (lacht)

Wie lange dauert’s eigentlich, bis Sie sich bei einem Abendessen nach dem Geburtsdatum Ihres Tischnachbarn erkundigen?
Das weiß ich doch schon vorher! Da erkundige ich mich natürlich. Ich vergeude doch nicht meine schöne Zeit mit einem Langeweiler!

Sie machen ja schon sehr lange die Radiosendung „Sternstunden“ mit Peter L. Eppinger. Können Sie sich noch an die lustigste Begebenheit ­erinnern?
Oh ja! Es rief uns ein Herr an und befragte uns nach seiner Ehe. Ich meinte, dass ich dafür eher schwarzsehen würde. Der Eppi sagte daraufhin: „Können wir offen reden oder hört Ihre Frau zu?“ Der Mann antwortete: „Meine Frau wird nicht zuhören. Denn ich stehe genau vor dem Hotel, in dem ­sie in dieser Sekunde mit ihrem Liebhaber ist.“ 

Irren sich Sterne auch?
Man kann sie eigentlich nur falsch interpretieren. Was aber schon interessant ist: die ziehen da oben ihren Kreis und wenn Du in eine Saturnphase trittst, wirst du zappelig. Es sind irgendwelche Spannungen da, das sieht man ja bereits auch bei den Mondphasen. Wenn bei Vollmond noch Mars und Pluto dazu kommen, werden die Menschen aggressiv. Das sagt ja selbst die Polizei, die mehr Übergriffe verzeichnet! Wie der Pluto zb jetzt in den Steinbock gegangen ist, ging’s ja los: Steinbock ist die EU und der Euro. Pluto der Zerstörer! Er steht pausenlos im Steinbock und versucht, diesen Euro zu eliminieren. 

Wird denn das Jahr 2013 besser?
Ende 2012 geht es wieder bergauf, aber bis sich wieder so richtig alles verfangt, wird es 2015 sein. 

Und würde die Welt tatsächlich 2012 untergehen: was würden Sie bis dahin noch erledigen?
Nette Menschen treffen. Sich mit ihnen einen schönen Abend machen, ein Glas Champagner trinken und am Ende sagen: „Kinder, auf zur nächsten Station!“ (lacht)


ZUR PERSON GERDA ROGERS
Wie es sich für eine richtige Sternenguckerin gehört, erblickt Gerda Rogers an einem 1. 1. im Mährisch Schönau (Tschechien) und wenige Minuten nach ihrer Zwillingsschwester Renate das Licht der Welt. Mit 15 kommen die Zwillinge nach Wien, um sich als Physiotherapeutin und Kosmetikberaterin ausbilden zu lassen. Außerdem startet sie eine Ballettausbildung und besuchen die Schauspielschule Kraus. Mit 19 Rückkehr nach Steyr, Gerda heiratet den ehemaligen Englischlehrer ihrer älteren Schwester. Ein Jahr später bringt sie ihren Sohn Ronald zur Welt. Zweite Ehe mit dem amerikanischen Regisseur, Schauspieler und Stuntman James Rogers. Gerda Rogers vertieft sich in die Astrologie. Nach der Scheidung von Rogers kehrt sie nach Oberösterreich zurück und eröffnet die ersten astrologischen Lebensberatungspraxis. Seit 1989 moderiert sie die Astrologie-Sendung „Sternstunden“ auf Ö3. Gerda Rogers ist zudem Autorin und lebt in Baden bei Wien.

Foto: Gunda Dittrich