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Erhaltungspflicht des Hausherrn!

Georg Niedermühlbichler schreibt in seiner Kolumne in der WohnKrone: Darüber wer muss zahlen, wenn das Haus verfällt? Bestimmt nicht der Mieter.
 

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Das Haus, in dem ich wohne, verfällt zusehends und ich als Mieter kann gar nichts dagegen tun. Dieser Ansicht sind viele, stimmt aber so nicht. Der Hauseigentümer ist verpflichtet, das Gebäude in brauchbarem, ortsüblichem Zustand zu erhalten und dafür zu sorgen, dass die Mieter ihre Mietrechte ungestört ausüben können. Dazu gehören die Erhaltung der allgemeinen Teile des Hauses sowie ernste Schäden in den Wohnungen bzw. die Abwendung von Gesundheitsgefährdungen. Wenn ein Vermieter seiner Erhaltungspflicht nicht nachkommt, kann im Bereich des Mietrechtsgesetzes jeder Mieter durch einen Antrag bei der Schlichtungsstelle die Durchsetzung von Erhaltungsarbeiten erzwingen.

Bei lebensgefährlichen Baumängeln können durch eine Anzeige bei der Baupolizei, Sofortmaßnahmen erwirkt werden. Die Angst, diese Kosten müssen die Mieter zahlen, ist meist unbegründet, denn Erhaltungsarbeiten werden in der Regel aus den Mietzinsreserven bzw. den laufenden Mietzinseinnahmen finanziert. Bei besonders dringlichen Reparaturen können die Mieter durch eine gerichtlich einzubringende einstweilige Verfügung oft eine schnelle Durchsetzung erwirken. Man muss also nicht in einer Bauruine wohnen!

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