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Auf den Punkt gebracht: Leiner-Wohnexpertin Sabine Stelzer erklärt, worauf beim Kauf einer neuen Matratzen zu achten ist.

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Bis zu 50 Mal dreht und wendet sich der Mensch nächtens im Schlaf. Wichtigste Aufgabe ­einer Matratze ist daher, den Körper zu unterstützen und zu stabilisieren. Je größer die sogenannte Punktelastizität, desto besser werden Sie schlafen. Punktelastizität bedeutet, dass Schlafysteme dort nachgeben, wo auf den Körper Druck ausgeübt wird. Dadurch wird die Wirbelsäule optimal entlastet und ein „Durchhängen“ anderer Körperteile vermieden. Nun ist aber die Auswahl an angebotenen Matratzen und Füllstoffen mindestens so groß wie die einzelnen Bedürfnisse. Leiner-Wohnexpertin Ing. Sabine Stelzer erklärt im Folgenden die Vor- und Nachteile der gängigsten Schlafsysteme.

KALTSCHAUM-MATRATZE
Vorteile: Die Kaltschaum-Matratze ­bietet trotz relativer Weichheit optimale Stützkraft, durch Zonen-Technik eine ideale Anpassung an den Körper und ist punktelastisch. Ihre Durchlüftung ist besonders gut, sie ist langlebig und von geringem Gewicht.
Nachteile: Hochwertige Qualität hat ihren Preis. Da bei der Herstellung der Kaltschaum-Matratze auf feuerhemmende Zusatzstof-fe verzichtet wird, besteht ein geringes Brandrisiko. Mit schwer entflammbarem Überzug kann man sie aber bedenkenlos selbst im Kinderzimmer verwenden.

TASCHENFEDERKERN-MATRATZE
Vorteile: Taschenfederkern-Systeme bestehen mittlerweile aus bis zu ca. 1.000 Zylinderfedern, die in Nesselbeutel eingenäht worden sind. Sie bietet daher absolut punktelastische Anpassung, hohe Feder- und Stützkraft, geringe Starrheit und kaum eine Deformierungsgefahr der Federn bei gleichzeitig guter Durchlüftung.
Nachteile: Das eingesetzte Metall kann Störzonen verstärken, allerdings nur bei minderwertigen Produkten.

ROSSHAAR-MATRATZE
Vorteile: Rosshaar zählt zu den besten Füllmaterialien, da es feuchtigkeitsregulierend, wärmehaltend, luftdurchlässig sowie elastisch ist und dabei den Körper nach allen Richtungen abfedert und stützt. Der Kern besteht ausschließlich aus natürlichen Materialien.
Nachteile: Die Matratzen sind in der Regel eher hart und schwer. Sie müssen regelmäßig gewendet und gelüftet werden, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.

NATURLATEX-MATRATZE
Vorteile: Die langlebige Naturlatex-matratze ist besonders elastisch und bietet größte Punktelastizität durch den hohen Anteil an Kautschuk, einem reinen Naturprodukt. Trotz relativer Weichheit bietet sie optimale Stützkraft.
Nachteile: Die Matratze ist kein Leichtgewicht, auch – bei hochwertiger Qualität – finanziell gesehen nicht. Eventuell kann es zu Temperaturausgleichsproblemen kommen. Anfänglich könnte die Matratze zudem leicht nach Gummi riechen, was durch Auslüften schnell behebbar ist.

FEDERKERN-MATRATZE
Vorteile: Die Matratzen stützen den gesamten Körper sehr gut und bestehen aus einer Vielzahl von Stahlfedern, die in mehrere Polster- schichten eingebettet sind. Sie bieten eine gute Durchlüftung und sind zudem recht preisgünstig.
Nachteile: Das System ist relativ starr, kaum anpassungsfähig und anfällig für Grubenbil-dung. Die Federn sind deformationsgefährdet. Selten sind waschbare, allergikergerechte Bezüge erhältlich. Das eingesetzte Metall kann bei minderwertigen Produkten Störzonen verstärken.


ALLGEMEINE PFLEGEANLEITUNG
• Abziehbare Matratzenbezüge sind reinigungsfähig oder waschbar, wodurch allergie-auslösende Schädlinge wie Milben ab 60° C unschädlich gemacht werden.
• Klopfen Sie nie die Matratze! Dies kann dem Polstermaterial schaden. Lassen Sie sie nach dem Schlafen auslüften. Wenn Sie die Matratze gelegentlich auf die Seitenfläche stellen, kann sie die aufgenommene Feuchtigkeit abgeben. Immerhin verliert jeder Mensch während des Schlafs 1/2 l Flüssigkeit! • Für gleichmäßige Beanspruchung drehen Sie die Matratze zweimal im Monat um und wenden Sie sie.

Fotos: Leiner