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FEUER UND FLAMME

Prasselndes Kaminfeuer oder wohlig warme Kacheln? Elvis Maric vom Wiener Ofenhaus Maric erklärt die unterschiedlichen Wärmespender.

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Verglichen mit einer Zentralheizung ist die Wärme, die durch Holzverbrennung erzeugt wird, unbestritten die weitaus angenehmere. Kein Wunder, dass sich Kamine und Kachelöfen auch im Zeitalter von technisch ausgereiften Heizungssystemen immer noch großer Beliebtheit erfreuen. Doch können Wohnungen auch nachträglich mit den angenehmen Wärmespendern versehen werden? Und was muss beachtet werden? Elvis Maric, Geschäftsführer vom Ofenhaus Maric in Wien (www.ofenhaus-maric.at), erklärt: „Zu allererst muss ein Kaminbefund vom zuständigen Rauchfangkehrer eingeholt werden.“ Bei sehr schweren Öfen (ab ca 400 Kilo) muss zusätzlich von ­einem Statiker geprüft werden, ob der Boden das Gewicht hält. Vor allem Altbauwohnungen sind weniger belastbar. Im zweiten Schritt sollte man überdenken, ob auf eine Dauerheizung oder eine Zeitheizung Wert gelegt wird, es in der Wohnung also lieber langanhaltend warm sein oder die Wärme schnell erzeugt werden soll. Die dritte Überlegung betrifft natürlich die Optik: Kaminanlagen lassen sich beispielsweise zurückhaltend in die Wand einpassen oder auch aufwendig gestalten. Andere Schwedenöfen sind gar wahre Raum-Kunstwerke. Für Zubehör wie eine feuerfeste Bodenplatte muss dann noch mit etwa 200–400 Euro gerechnet werden. Die Aufstellung schlägt mit etwa 200 bis 300 Euro zu Buche.    



KAMIN (SCHWEDENOFEN)
Vorteile • Kamine – oder auch Schwedenöfen ge-nannt – geben sehr schnell Wärme ab. • Es gibt sie in großer Formenvielfalt. • Da Kamine sehr beliebt sind, sind sie technisch immer auf dem neuesten Stand der Verbrennungstechnik. • Kamine sind kostengünstig – sowohl in der Anschaffung als auch in der Erhaltung. Nachteile • Die entstandene Wärme kann nicht lang gespeichert ­werden. • Sehr wärmeempfindliche Menschen vertragen die schnelle Aufhitzung womöglich nicht gut („Bullenhitze“).

KACHELOFEN
Vorteile • Kachelöfen speichern sehr lange die Hitze.
• Werden sie den ganzen Winter hindurch geheizt, sind sie sehr sparsam in der Unterhaltung. • Es wird kein Staub aufgewirbelt und die Luft wird auch nicht so trocken wie bei anderen Heizsystemen.  Nachteile • Kachelöfen sind sehr schwer und können nicht überall aufgestellt werden (siehe auch Text links). • Mit Preisen zwischen 8.000 und 12.000 Euro liegen die Anschaffungskosten sehr hoch. • Kachel-öfen brauchen einigen Platz.

KAMINANLAGE (EINSATZ)
Vorteile • Die Kaminanlagen oder auch Kamineinsätze heizen schnell auf, sie speichern die Hitze aber auch lange. • Optisch gesehen bieten Kaminanlagen viele Gestaltungsmöglichkeiten. • Nachteile • Ein großer Rauchfang wir benötigt. • Dadurch, dass der Einsatz mit einigem handwerklichen Aufwand eingepasst werden muss, sind die Anschaffungskosten relativ hoch.
 
PELLETOFEN
Vorteile • Ein Pelletofen verbrennt sehr sauber. • Die Pellets (gepresste Holzspäne) lassen sich gut dosieren, d. h., die Temperaturen lassen sich gut einstellen. • Die Heizzeiten sind programmierbar. Nachteile • Die Öfen verursachen ­Betriebsgeräusche (vergleichbar mit der Lautstärke eine Klimaanlage) • Die ­Flamme ist durch das Gebläse unruhig. • Hoher Anschaffungspreis (ab 2.000 Euro).


 
GUT ZU WISSEN
Ungenutzt muss ein Großteil an Holz im Wald verrotten und setzt dabei genauso viel CO2 frei, wie bei seiner optimalen Verbrennung entstehen würde. Heizen mit Holz trägt deshalb nicht zur Klimaveränderung, z. B. dem Treibhauseffekt, bei, sondern beendet den natürlichen Kreislauf in der Atmosphäre. Heizen mit Holz ist bei optimaler Verbrennung umweltneutral.
 
WAS IST ZU BEACHTEN?
Vorweg zu stellende Frage: Soll es ein gemauerter oder nur ein aufgestellter Kamin werden, der jederzeit wieder beseitigt werden kann? Für ersteren braucht man eine Genehmigung des Vermieters, die zweite Variante stellt  eine unwesentliche Änderung des Mietgegenstandes dar und ist daher genehmigungsfrei. Prinzipiell wird jedenfalls vor der Installation eines Kamins oder Ofens ein Vorbefund benötigt, in dem der zuständige Rauchfang-kehrer die Auflagen festschreibt. Mehr Infos: www.mietervereinigung.at


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